Jugendpfleger aus Prinzip- Ausschusssitzung vom 04.11.2015

Zur Bewältigung von massiven Problemen in den Jugendräumen hatte die Gemeinde vor vielen Jahren eine Jugendpflegerteilzeitstelle über die AWO, für über 40.000,00 € im Jahr, eingerichtet.
Die Person des Jugendpflegers wechselte in dieser Zeit mehrmals, die Probleme blieben.
Immer wieder wurden Jugendräume geschlossen.
Nachdem sich die FWG rund zwei Jahre für eine Streichung der Stelle eingesetzt hat, wurde die Stelle im Auftrag der Gemeindevertretung gekündigt. Vorschläge der FWG, Vereine die ohnehin Jugendarbeit leisten, in die Jugendarbeit einzubinden, wurden abgelehnt.
Entgegen den Erfahrungen mit den Jugendpflegern und ohne Rücksicht auf die finanzielle Lage der Gemeinde, setzten sich in der Ausschusssitzung einige Gemeindevertreter wieder für die Anstellung eines Jugendpflegers ein!

Aus dem Protokoll der öffentlichen Sitzung
des Kultur- und Sozialausschusses,
vom 04. November 2015, im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung
Beginn: 20.03 Uhr
Ende: 21.05 Uhr

TAGESORDNUNG:
1. Aussprache und Beschlussfassung über die Gestaltung der Jugendarbeit in Wehretal
2. Anfragen und Anregungen

TAGESORDNUNGSPUNKT 1:
Aussprache und Beschlussfassung über die Gestaltung der Jugendarbeit in Wehretal

Der Bürgermeister geht auf die Erläuterungen, die der Einladung zur Sitzung beigefügt waren, ein.

Als ersten Punkt spricht Herr Kistner die Ferienbetreuung dieses Jahres an und verschafft einen Überblick über die damit verbunden Kosten. Die Evangelische Familienbildungsstätte stellte für die zweiwöchige Betreuung 5.359,50 € in Rechnung. Des Weiteren kommen Kosten für Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Helfer, interne Kosten sowie Verauslagungen für Getränke und Lebensmittel in Höhe von 1.869,50 € hinzu, sodass sich ein Gesamtbetrag von 7.229,00 € ergibt. Diesem stehen Einnahmen durch gezahlte Elternbeiträge in Höhe von 2.208,00 € entgegen.
Die diesjährige relativ geringe Zahl von durchschnittlich 22 teilnehmenden Kindern täglich,
führt der Bürgermeister auf die lange Zeit der Ungewissheit, ob die Ferienspiele 2015 stattfinden, zurück. Bei erneuter Durchführung der Ferienspiele im Jahr 2016 geht er von einer höheren Anteilnehmerzahl aus, wenn eine rechtzeitige Bekanntgabe erfolgt.

Zum nächsten Punkt Jugendräume teilt Herr Kistner mit, dass es zurzeit jeweils eine Jugendgruppe in Reichensachsen (ca. 8 Jugendliche im Alter 15 bis 16 Jahre), eine in Langenhain (ca. 5 Jugendliche im Alter 14 bis 16 Jahre) und eine in Hoheneiche (ca. 8 Jugendliche 16 bis 17 Jahre) gibt. Nachdem es zu erheblichen Schwierigkeiten und massiven Beschwerden in Reichensachsen gekommen war, wurde der Raum im Sommer dieses Jahres geschlossen und die „ältere Generation“ (19 bis 25 Jahre) ausgeschlossen. Die jetzige neue Gruppe in Reichensachsen sowie die Gruppen in Hoheneiche und Langenhain laufen derzeit reibungslos. Auf eine Nachbarschaftsbeschwerde hin stellte sich heraus, dass bei einem Vorfall nicht der Jugendraum in Reichensachsen, sondern der anlässlich eines zwanzigsten Geburtstages angrenzende angemietete Raum der AWO, betroffen war. Bei mehrfachen Ortsbegehungen der Jugendräume stellte der Bürgermeister fest, dass die Gewährleistung des Jugendschutzgesetzes durch Konsumierung von Alkohol und Nikotin nicht gegeben ist. Eine Entscheidung über die Nutzung der gemeindlichen Jugendräume sei notwendig, da die Verantwortung nicht eingehalten werden kann, bzw. nicht gewährleistet ist. Aus seiner Sicht, muss eine haupt- oder ehrenamtliche Betreuung gewährleistet sein, andernfalls müssten die Räume geschlossen werden.

In der darauffolgenden Diskussion bekräftigt Herr Weiner den Vortrag des Bürgermeisters. Er spricht sich für eine hauptamtliche Betreuung der Jugendlichen aus.
Herr Austen gibt zu bedenken, ob in der Vergangenheit mit Jugendpflege die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes gegeben war.
Herr Rauschenberg sieht ein zeitliches Problem bei der Jugendpflege, eine „24 Stunden Betreuung“ sei nicht zu leisten.
Frau Henkelmann teilt mit, dass sich Personen aus den Reihen „Bündnis für Familie“ für ehrenamtliche Tätigkeiten bereit erklären würden. Allerdings müsste in diesem Fall nach wie vor die rechtliche Absicherung geklärt werden.
Herr Neuser spricht sich ebenfalls gegen die Schließung der Jugendräume und für eine hauptamtliche Betreuung aus, da Jugendpflege eine geeignete Ausbildung erfordert. In den vorrangegangen Sitzungen wurde inhaltlich ausreichend diskutiert, so dass jetzt ein Beschluss in der Gemeindevertretung erforderlich sei. Als weitere Möglichkeit zur Finanzierung der Betreuung wird eine Einstellung auf 450 Euro Basis vorgeschlagen.
Herr Austen sieht bei Wiedereinstellung einer hauptamtlichen Jugendpfleger/in nicht die Relation der Kosten zu der Anzahl der Jugendlichen.

Herr Gesang fasst die bisherige Diskussion zusammen, aus der sich drei Beschlussmöglichkeiten ergeben haben.
1. Schließung der Jugendräume
2. Einstellung eines/r Jugendpfleger/in auf 450 € Basis
3. Hauptamtliche Einstellung eines/r Jungendpfleger/in

In der Versammlung kommt es erneut zu einer Diskussion an der sich alle erschienen Mitglieder beteiligen. Eine Schließung der Jugendräume kommt mehrheitlich nicht in Betracht. Auf Nachfrage erläutert Herr Kistner die Haushaltslage 2016. Im Haushaltsplanentwurf ist für die Jugendpflege ein Ansatz in Höhe von 10.000,00 € vorgesehen.
Auf Grund notwendiger Einsparungen werden Schwierigkeiten bei einer hauptamtlichen Jugendpflege gesehen. Die Gemeindevertretung muss hierrüber nochmals beraten. Der Bürgermeister wird bei der AWO, Kirche und Familienbildungsstätte anfragen, ob zurzeit eine geeignete Person für die Übernahme der Jugendarbeit zur Verfügung steht.
Weiterhin soll in einer Montagsausgabe der Werra Rundschau eine Stellenanzeige auf 450,00 € Basis erscheinen.

Der Vorsitzende lässt über folgenden Beschlussvorschlag abstimmen:
Der Kultur- und Sozialausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung die Prüfung einer Einstellung eines/r Jugendpfleger/in auf 450,00 € Basis. Eine Stellenanzeige soll in der Montagsausgabe der Werra Rundschau erscheinen.
Parallel dazu erfolgt eine Anfrage nach einer geeigneten Person zur Durchführung der Jugendarbeit bei der AWO/Kirche und Familienbildungsstätte durch den Gemeindevorstand bzw. Herrn Bürgermeister Kistner.
Abstimmungsergebnis: einstimmig

TAGESORDNUNGSPUNKT 2:
Anfragen und Anregungen
Es liegen keine weiteren Fragen und Anregungen vor.

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